Nach den Kursspitzen im Januar und März brach der Goldkurs im Laufe des Jahres ein. (Wir warnten davor schon vor einem Jahr) Wer zu spät aufstockte, um eine strategisch sinnvolle Quote zu erreichen oder erst dieses Jahr mit einem Sparplan auf Gold begann, musste erst einmal eine negative Wertentwicklung hinnehmen. Der ein oder andere verfiel vielleicht in eine Golddepression. Uns erreichten diverse Anfragen, ob es besser sei, jetzt auf Gold zu verzichten. Unsere klare Antwort: Nein! Gold bleibt eine sinnvolle Beimischung in jedem Portfolio. Umso mehr angesichts sich verschärfender Krisendynamik. Der gesunkene Kurs kann jetzt für Nachkäufe genutzt werden. Ein adäquates Mittel gegen Golddepression ist eine kognitive Kurzzeittherapie. Sie basiert darauf, unrealistische Erwartungen abzubauen. Außerdem zeigt sie Ansätze zur Verhaltensregulierung auf. Es ist nicht notwendig, sich dazu hinzulegen. Wiederholen Sie einfach die folgenden Sätze.
Gold taugt nicht als Notreserve
Investments sind kein Tagesgeldkonto. Auch ein Edelmetalldepot taugt nicht als Alternative dazu. Der Goldkurs unterliegt Schwankungen. Wer kurzfristig auf einen Notgroschen zugreifen können will, bleibt beim Tagesgeld einer Bankeinlage oder wählt einen Geldmarktfonds mit wenig Pflegeaufwand. Am besten natürlich einen, der auch Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt.
Gold korreliert mit Wertpapieren
Gold bewegt sich oft gegenläufig zum Aktienmarkt und wird deshalb gern als Puffer gegen allzu große Volatilität eingesetzt. Man darf daraus aber nicht den voreiligen Schluss ziehen, dass Gold gar nicht mit Wertpapiermärkten korreliert. Auch eine negative Korrelation ist eine Korrelation und das heißt: Der Goldkurs reagiert auf die Entwicklungen in anderen Bereichen. Aktuell reagiert er auf steigende Zinsen
und zwar mit einer Schwäche zumindest jedoch: Seitwärtsbewegung. Auch wenn Aktienmärkte hohe Dynamik entfalten, sieht es bei Gold oft mau aus. Und die Reaktion erfolgt nicht unmittelbar sondern meist mit etwas Verzögerung. Gold entfaltet seine Qualität als Stabilisator deshalb nur mittel- bis langfristig.
Gold verlangt Anlagedisziplin
Genau wie andere schwankungsanfällige Anlagen verlangt auch Gold ein diszipliniertes Investment-Verhalten. Die Anlage sollte nicht für sich alleine betrachtet werden, sondern als Bestandteil eines Portfolios. Diversifizierung sorgt dafür, dass nicht ständig auf jedes Zucken an den Börsen reagiert werden muss oder sonstige Phasen. in denen einzelne Investments schwach abschneiden. Entscheidend ist das Gesamtergebnis und zwar im Zusammenhang mit der eigenen Risikobereitschaft und dem Anlagehorizont.
Ratierliche Anlage mindert das Risiko
Wer nun Gold dennoch als solitäre Anlage betrachten möchte, kann das Schwankungsrisiko durch einen regelmäßigen Sparplan reduzieren. Auch bei fallenden Kursen bleibt der Sparplan sinnvoll, weil dann die Einkaufspreise immer günstiger werden.
Bei gleichbleibendem Sparbetrag optimiert sich somit das Investment. Sind die Kurse günstig wird mehr eingekauft. Sind sie hoch wird weniger eingekauft. Selbst bei unruhigen Seitwärtsbewegungen kann sich auf diese Weise ein Wertgewinn einstellen. Ratierliche Anlagestrategien sind nicht zwingend ertragreicher, aber sie vermindern das Schwankungsrisiko.
Warum Gold eine strategische Portfoliokomponente bleibt
Inflationssorgen sind ein traditioneller Treiber für Sachwerteinvestments. Die geopolitischen Rahmenbedingungen haben aktuell jedoch deutlich mehr Gewicht. Die Welt verschiebt sich von einem offenen, vom Dollar geprägten Wirtschafts- und Finanzsystem zu einem fragmentierten, multipolaren System, in dem der Zugriff auf Rohstoffe und Energie eine immer größere Rolle spielt. Gold gehört zu den wenigen Assets, die strukturell von diesen Entwicklungen profitieren. Es ist auch Inflationsschutz, aber eben auch neutrales Reserveasset in einer multipolaren Ordnung. Es entzieht sich weitgehend staatlicher Repressionsmaßnahmen und ist eine solide Alternative zu technisch angreifbaren digitalen Währungsoptionen.
Geht es Ihnen schon etwas besser?