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Digitaler Feudalismus

13. August 2025

Einige wenige US-amerikanische IT-Konzerne dominieren nicht nur den Weltmarkt für digitale Dienstleistungen und Kommunikation, sondern auch die sogenannten „marktbreiten“ Börsen-Indices. Von digitaler Machtkonzentration zu sprechen ist fast eine Beschönigung. Die rasant zunehmende globale Dominanz dieser Technologiekonzerne hat sich inzwischen – insbesondere durch eine enge Kooperation mit staatlichen Sicherheitsorganen – zu einem Machtnetzwerk verdichtet, das sich als Digitaler Feudalismus bezeichnen lässt. Doch der bisherige Erfolg täuscht: Digitaler Feudalismus ist kein nachhaltiges Geschäftsmodell.

Die Spitze des Eisbergs

Wir nehmen es zu oft noch schulterzuckend zur Kenntnis, dass immer mehr persönliche Daten gesammelt werden, um menschliches Verhalten nicht nur zu analysieren und auszuwerten, sondern auch gezielt zu steuern. Spätestens seit der bekannt gewordenen Einflussnahme von Cambridge Analytica auf die Brexit-Abstimmung und die US-Präsidentschaftswahlen vor knapp 10 Jahren muss man sich von der naiven Vorstellung verabschieden, es ginge nur um eine „gläserne“ Gesellschaft. Nein, es geht um gesellschaftliche Verhaltenssteuerung. Und Cambridge Analytica war nur die Spitze des Eisbergs.

In wirtschaftlicher Hinsicht geht es um die kartellartige Aushandlung von unantastbaren Einflusssphären, in denen eine konkurrenzlose Abschöpfung von Kaufkraft erfolgt. Was auf den ersten Blick, wie innovative Wirtschaftskraft erscheint, ist bei genauer Betrachtung eine Mischung aus Oligopolen kombiniert mit Steuerflucht auf Steroiden. Sämtliche großen US-Technologiekonzerne wie Google, Amazon, Meta, Apple und Microsoft waren wiederum Produkte einer vor allem aus Mitteln des Verteidigungshaushaltes lancierten Wirtschaftsförderung. Freier Markt? Fehlanzeige! Konkurrenz wird aufgekauft oder in einem Dumping-Wettbewerb ausgeschaltet. Mit der Größe wächst ihr Einfluss exponentiell und KI beschleunigt den Prozess zusätzlich. Zugleich werden die Algorithmen, welche dem Prozess der Informationsverarbeitung und -verbreitung zu Grunde liegen immer intransparenter.

Anatomie des feudalen Machtbiotops

Mittlerweile kontrollieren diese Konzerne einen Großteil der digitalen Infrastrukturen wie Rechenzentren, Kommunikationsplattformen, E-Handel und Suchmaschinen (Siehe Grafik). Ihre marktbeherrschende Stellung überschreitet schon seit längerem die digitale Sphäre und greift zunehmend in Politik und Gesellschaft ein.

Die Mehrheit der bedeutendsten Techkonzerne steht unter Kontrolle nur weniger „Feudalherren“, die innerhalb relativ kurzer Zeit zu äußerst wohlhabenden „Tech-Milliardären“ aufgestiegen sind. Diese finanzstarken Akteure nutzen ihre wirtschaftliche und mediale Macht, um politische Narrative zu steuern und die Deregulierung voranzutreiben. Dies beeinträchtigt nicht nur die Privatsphäre und hebelt die Marktwirtschaft aus. Es gefährdet auch die freie Meinungsbildung und alle demokratischen Prozesse.

Der Missbrauch digitaler und wirtschaftlicher Machtkonzentration wird zur Normalität. Der US-Präsident stimmt seine Politik eng mit den digitalen Fürsten ab und wo es zum Clinch kommt – wie jüngst zwischen Trump und Musk – nutzt letzterer seinerseits mediale Macht, um in die politische Meinungsbildung einzugreifen. Die geopolitische Konkurrenz mit China verschärft den Trend zur Verhaltenssteuerung zusätzlich.

Europa als Nachzügler

Die Folgen dieser Entwicklungen sind weitreichend und nicht auf die USA beschränkt. Europa hat es bis heute nicht geschafft mit Gaia-X ein nennenswertes Gegengewicht zur Dominanz US-amerikanischer oder chinesischer Unternehmen aufzubauen. Cloud-Dienste und E-Commerce werden weiterhin von den US-Giganten dominiert. Der Versuch über den Digital Markets Act (DMA), die Marktdominanz großer Plattformen einzuschränken, hat Dank Lobbying und der Duldung aggressiver Steuervermeidung bislang wenig bewirkt. Wo eine faire Besteuerung in der IT-Konzerne drohte, wurde sie von Trump mit aggressiver Zollpolitik beantwortet. Der bekennt sich auch unumwunden zu massiven Deregulierung der US-Digitalwirtschaft (trotz anderweitiger Divergenzen offen unterstützt von Elon Musk und Meta-Chef Mark Zuckerberg)

Transparenzregeln für Algorithmen, um Machtmissbrauch durch Techkonzerne zu begrenzen sind bislang bloße Forderungen geblieben. Allenfalls wurde mit dem EU AI Act ein erster Ansatz geschaffen, zumindest Risikokategorien zu definieren. Transparenz und Rechenschaftspflicht der digitalen Konzerne lassen weiter auf sich warten.

Kein nachhaltiges Geschäftsmodell

Ist das digitale Feudalsystem also unverwundbar? Das darf mit Fug und Recht bezweifelt werden. Jede Dominanz ruft Herausforderer auf den Plan. Der DeepSeek-Schock vom Jahresanfang hat gezeigt, wie labil die scheinbare Stärke des US-amerikanischen IT-Biotops in Wahrheit ist. Auch die Zollpolitik Trumps hat sich im Einzelfall als selbstzerstörerisch erwiesen. So brach der Kurs von Apple nach der Eskalation des Zollstreits mit China Anfang April dramatisch ein und hat sich (Stand: 1. August) nur geringfügig erholt erholt. Der Absturz des ehemals marktdominierenden Chip-Herstellers Intel begründet ebenfalls eine gewisse Skepsis

Auch in der europäischen Realwirtschaft regt sich zunehmend Widerstand gegen die digitale Vorherrschaft. Unternehmensleitungen und Investor*innen werden sich immer mehr der Abhängigkeitsrisiken bewusst. Wie lange sich europäische Regierungen noch in politische Geiselhaft nehmen lassen ist ungewiss. Jenseits politischer Einflussnahme destabilisieren monopolistische Strukturen immer auch das Wirtschafts- und Finanzsystem selbst. Das leistungsfreie Abschöpfen von Kaufkraft behindert eher die Innovationskraft. Und fehlende Kaufkraft muss staatlich durch Schuldenaufnahme kompensiert werden – ebenfalls eine tickende Zeitbombe. In anderen Worten: Monopole untergraben die Basis ihres eigenen Erfolgs und fordern politische Gegenwehr heraus.

Auch die Mechanismen der Meinungsmanipulation dringen zunehmend ins öffentliche Bewusstsein. Man kann alle Menschen eine Zeit lang für dumm verkaufen und einige Menschen kann man immer für dumm verkaufen, aber man kann nicht immer alle Menschen für dumm verkaufen, wie es sinngemäß schon Abraham Lincoln formulierte.

Auf den bisherigen Erfolg der großen IT-Konzerne und der durch sie dominierten Börsen-Indices zu vertrauen, ist fahrlässig. Digitaler Feudalismus ist kein nachhaltiges Geschäftsmodell. Konfrontation ist grundsätzlich wirtschaftlich schädlich. Eine Renaissance von Diplomatie und globaler Kooperation dürfte auch die Kurse der jetzt gehypten Rüstungsaktien zum Kollabieren bringen. Auf eine Verschärfung militärischer Konflikte zu setzen ist ohnehin inkonsistent, denn mit Blick auf die Gesamtwirtschaft war Krieg schon immer ein schlechter Investor.

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